Manteltarifverhandlungen ausgesetzt / Arbeitgeber will Altbeschäftigte schlechter stellen

Protestkundgebungen beim Labordienstleister Synlab in Leinfelden-Echterdingen

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat die Verhandlungen um einen Manteltarifvertrag beim Labordienstleister Synlab in Leinfelden-Echterdingen ausgesetzt.

IG BCE

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02.02.2016
  • Von: Axel Stefan Sonntag
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„Die Forderung des Arbeitgebers, als Grundlage für weitere Gespräche eine Friedenspflicht zu akzeptieren, lehnen wir entschieden ab. Synlab möchte die Nummer Eins in Deutschland werden. Das geht aber nur mit Beschäftigten, die wie eine Nummer Eins behandelt werden. Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von Altbeschäftigten kann nicht das Ziel sein. Wir brauchen vernünftige Besitzstandregelungen, sonst zahlen langjährig Beschäftigte die Zeche“, so IG-BCE-Verhandlungsführer und stellvertretender Landesbezirksleiter Frank Heßler.


Die IG BCE organisierte deshalb drei Protestkundgebungen, um die Beschäftigten über Missstände wie diese zu informieren. Mit großem Erfolg: Am Montag, 01.02. versammelten sich rund 140 der insgesamt ca. 220 Beschäftigten vor den Synlab-Betrieben in Leinfelden. Zwei davon vor dem Labor in der Max-Lang-Straße (die deshalb extra für zwei Stunden voll gesperrt wurde) und eine vor dem Labor im Meisenweg.


„Wir haben die Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag unterbrochen, da die Arbeitgeberseite weiterhin auf Punkten wie zum Beispiel einer Friedenspflicht, die eine für beide Seiten erfolgreiche Weiterentwicklung der Tarifverträge ausschließen würde, beharrt“, begründete der Verhandlungsführer Frank Heßler vor den Beschäftigten. „Synlab will in Deutschland die Nummer Eins der Labordienstleister werden. Dann muss man die Mitarbeiter auch so behandeln, wie es sich für eine Nummer Eins gehört“, sagt er.


Mit lauten Pfiffen und Unmutsäußerungen unterstützten die Teilnehmer die Gewerkschaftsforderungen. „Altbeschäftigte schlechter zu stellen, Weihnachtsgeld in unterschiedlicher Höhe zu gewähren und letztendlich das Urlaubsgeld gerade einmal um einen Euro pro Urlaubstag zu erhöhen – das ist Ironie und eine Frechheit“, nennt Heßler einige Dinge beim Namen. Die Gewerkschaft akzeptiere nicht, dass Synlab im Rahmen der Manteltarifverhandlungen eine verbindliche 40-Stunden-Woche für alle Beschäftigten durchsetzen wolle. „Diejenigen, die einen Vertrag mit einer Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden unterschrieben haben, sollen ohne Lohnausgleich mehr arbeiten. Das ist nicht unser Selbstverständnis einer Arbeitnehmervertretung“, sagt Gewerkschaftssekretär Benjamin Hannes.


„Mit der Kundgebung wollen wir der Geschäftsleitung zeigen, dass die Beschäftigten bereit sind, sich für einen guten Tarifvertrag im wahrsten Sinne des Wortes zu bewegen. Das heute ist nur eine Übung zum Warmwerden“, warnt Benjamin Hannes.

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    IG BCE

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