Reaktionen von Betriebsrat und Gewerkschaft

Widerstand gegen Freudenberg-Absicht, Produktion von Lederer nach Österreich zu verlagern

„Profitgier kostet Arbeitsplätze“: Klar und deutlich kritisiert Winfried Winkelmann, Betriebsratsvorsitzender der Freudenberg-Konzerntochter Lederer aus Öhringen (bei Heilbronn) die Absicht des Konzerns, die Herstellung von Flüssigsilikon-Produkten nach Österreich zu verlagern. „Der Konzern insgesamt vermeldet das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte. Unser Standort Öhringen schreibt schwarze Zahlen.“

Carsten Buell

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Freudenberg begründet in der Öffentlichkeit, dass die Tochtergesellschaft in Öhringen mit rund 30 Prozent Personalkosten nicht wirtschaftlich arbeite. Zudem lägen die Energiekosten rund 40 Prozent über denen in Österreich. „Eine zu vereinfachte Darstellung der Fakten“, kontert Andreas Klose, Bezirksleiter der zuständigen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). „Unsere Fragen, wie diese Zahlen zustande kommen, hat das Unternehmen bislang nicht beantwortet. Zudem vergleicht Freudenberg hier Äpfel mit Birnen. Am Standort Öhringen rechnet man einen Verwaltungsapparat ein, der unseres Erachtens nach so in Österreich nicht existiert“, ergänzt Winkelmann.

Seit 2009 hat der Betriebsrat des Werks Öhringen mehrfach versucht, bei der Geschäftsleitung ein standortoptimierendes Programm zu platzieren. „Ziel war stets, eine nachhaltige Perspektive für unseren Standort aufzuzeigen. Schriftlich, durchgerechnet, konkret. Dies stieß aber mehrfach auf taube Ohren“, betont Winkelmann.

Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Egner äußerte in einem Pressegespräch seine Besorgnis darüber, dass innerhalb des Freudenberg-Konzerns „ein zunehmender Angriff auf den Produktionsstandort Deutschland stattfindet. Damit verlässt Freudenberg nun zum wiederholten Male die jahrzehntelange Unternehmensleitlinie, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.“
Die Arbeitnehmervertreter erarbeiten jetzt Gegenvorschläge, die auf den ohnehin bereits existierenden Konzepten aufbauen. „Wir erwarten, dass die Geschäftsleitung und der Konzern diese zur Basis konstruktiver Gespräche macht, die jetzt folgen werden“, so Andreas Klose.

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