Industriepolitische Exkursion zur Zeche Prosper-Haniel, Bottrop

Ende 2018 ist im deutschen Steinkohlebergbau Schluss

Eine Delegation von Betriebsräten aus den IG BCE-Bezirken Stuttgart und Mainfranken besuchte im Januar das Steinkohlebergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Es ist einer der beiden letzten aktiven Abbaubetriebe.

Andreas Klose, IG BCE

Vor dem Förderturm

Neben dem Interesse an Technik und Historie sahen die Kolleginnen und Kollegen aus Baden-Württemberg und Bayern ihren Besuch auch als Wertschätzung gegenüber den Kumpel in der Steinkohle.

Gespräche mit Vertretern des Betriebsrats machten deutlich, wie emotional die Stimmung ist. ‚Wir verstehen noch immer nicht, warum die Beschlüsse so gefasst wurden. Unsere Technik ist top und wir haben die höchsten Sicherheitsstandards‘, so Bahri Kizilkaya vom Betriebsrat vor Ort.

Am 31.12.2018 fahren die Kumpel ein letztes Mal ein, um Kohle zu fördern. Danach ist für viele der noch rund 2000 Beschäftigten in der Deutschen Steinkohle Schluss.

Gute Förderprogramme helfen zwar, sie können aber nicht verhindern, dass sich die vom Bergbau geprägte Kultur einer ganzen Region verändern wird. Die deutsche Steinkohle hat maßgeblich das Wirtschaftswunder unseres Landes befeuert, so Andreas Klose, IG BCE-Bezirksleiter in Stuttgart.

‚Man spürt den Zusammenhalt der Kumpel, so etwas ist selten, aber im Bergbau Tradition‘, stellt  Rainer Schleyer fest, Betriebsratsvorsitzender  der Südwestdeutsche Salzwerke AG in Heilbronn.

Die Delegation war in ihren vier Stunden unter Tage direkt am Abbaubereich und konnte somit live die Förderung des sogenannten schwarzen Goldes erleben.

‚Es ist schon beeindruckend, wie das Zusammenspiel von Mensch und Technik in 1200 m Tiefe funktioniert‘, sagte Irmtraud Schneele-Schultheiß, Bezirksvorstandsvorsitzende in Stuttgart und Betriebsratsvorsitzende bei der BASF Pigmente GmbH in Besigheim.

Nachdem der Staub abgespült war, gab es das Bergmannsvesper, bei dem noch lange Gespräche geführt wurden.

Es geht schon unter die Haut zu sehen, wie ein Stück deutscher Geschichte zu Ende geht, so Holger Kempf, Bezirksleiter aus Mainfranken.

Tief beeindruckt trat die Delegation ihren Heimweg an, Bilder und Emotionen im Kopf, die sie so schnell nicht vergessen werden.

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